Der Landkreis Marburg-Biedenkopf liegt im westlichen Mittelhessen und wird von den Flusstälern der Lahn, Ohm, Wohra und Perf geprägt. Die Landschaft ist durch einen Wechsel aus bewaldeten Mittelgebirgen, landwirtschaftlich genutzten Tälern, Grünlandflächen und kleineren Feuchtgebieten gekennzeichnet. Zu den wichtigsten Naturräumen gehören der Burgwald, das Rothaargebirge im Westen sowie die Ausläufer des Vogelsbergs im Südosten. Die Höhenlage reicht von etwa 170 Metern in den Talräumen bis auf über 670 Meter in den höheren Berglagen des Landkreises. Durch diese abwechslungsreiche Topographie entsteht eine große Vielfalt an Lebensräumen.
Diese landschaftliche Vielfalt spiegelt sich auch in der Vogelwelt wider. Die ausgedehnten Wälder des Burgwaldes beherbergen typische Arten alter Laub- und Mischwälder wie Schwarzspecht, Mittelspecht, Hohltaube, Waldkauz und Raufußkauz. In strukturreichen Offenlandschaften mit Hecken und Streuobstwiesen kommen Neuntöter, Goldammer, Bluthänfling und Gartenrotschwanz vor. Die Grünlandgebiete der Amöneburger Beckenlandschaft bieten Lebensraum für Feldlerche, Wiesenpieper und teilweise auch Braunkehlchen. Entlang der Flüsse und an Teichen lassen sich Eisvogel, Wasseramsel, Gebirgsstelze sowie verschiedene Enten- und Reiherarten beobachten.
Besonders bemerkenswert ist die Lage des Landkreises an der Grenze verschiedener Naturräume. Dadurch treffen hier Vogelarten der Mittelgebirge auf Arten offener Agrarlandschaften. Während in den höheren Waldlagen Kolkrabe, Schwarzstorch und Wespenbussard regelmäßig vorkommen, können in den Flusstälern Weißstorch, Rotmilan und zunehmend auch Kormoran beobachtet werden.