Marburg-Biedenkopf

Geografische Lage: Der Landkreis Marburg-Biedenkopf liegt im westlichen Mittelhessen und wird von den Flusstälern der Lahn, Ohm, Wohra und Perf geprägt. Zu den wichtigsten Naturräumen gehören der Burgwald zwischen Marburg und Frankenberg, das Rothaargebirge im Westen sowie die Ausläufer des Vogelsbergs im Südosten. Die Höhenlage reicht von etwa 170 Metern in den Talräumen bis auf über 670 Meter in den höheren Berglagen. Durch diese abwechslungsreiche Topographie entsteht eine große Vielfalt an Lebensräumen.

Biotoptypen: Der Landkreis umfasst ein breites Spektrum an Lebensraumtypen. Den größten Flächenanteil nehmen ausgedehnte Laub- und Mischwälder ein, die im Burgwald eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Hessens auf Bundsandstein bilden. Eingebettet in diese Wälder finden sich mesotrophe Moore und Feuchtwiesen – etwa die Franzosenwiesen im Burgwald – mit Torfmächtigkeiten von teils über zwei Metern. Die Flusstäler von Lahn und Ohm beherbergen Auenwälder, Erlen-Eschen-Bestände und Feuchtgrünland. Offenlandschaften mit Hecken, Streuobstwiesen und strukturreichem Grünland prägen besonders das Amöneburger Becken, während in den höheren Lagen des Rothaargebirges montane Habitate hinzukommen. Knapp 20 % der Kreisfläche sind als Natura-2000-Gebiete ausgewiesen, darunter mehr als 20 FFH-Gebiete und fünf EU-Vogelschutzgebiet.

Vogelwelt: Diese landschaftliche Vielfalt spiegelt sich auch in der Vogelwelt wider. Die ausgedehnten Wälder des Burgwaldes beherbergen typische Arten alter Laub- und Mischwälder wie Schwarzspecht, Mittelspecht, Hohltaube, Waldkauz und Rauhfußkauz – letzterer mit landesweit bedeutsamen Brutvogeldichten. In strukturreichen Offenlandschaften mit Hecken und Streuobstwiesen kommen Neuntöter, Goldammer, Bluthänfling und Gartenrotschwanz vor. Die Grünlandgebiete der Amöneburger Beckenlandschaft bieten Lebensraum für Feldlerche, Wiesenpieper und teilweise auch Braunkehlchen. Entlang der Flüsse und an Teichen lassen sich Eisvogel, Wasseramsel, Gebirgsstelze sowie verschiedene Enten- und Reiherarten beobachten.

Besonders bemerkenswert ist die Lage des Landkreises an der Grenze verschiedener Naturräume. Dadurch treffen hier Vogelarten der Mittelgebirge auf Arten offener Agrarlandschaften. Während in den höheren Waldlagen Kolkrabe, Schwarzstorch und Wespenbussard regelmäßig vorkommen, können in den Flusstälern Weißstorch, Rotmilan und zunehmend auch Kormoran beobachtet werden.

Quellen und Links