Brutstatus der Vögel in Deutschland

In Deutschland wird der Brutstatus von Vogelarten nach zwei Kriterien unterschieden: zum einen nach ihrer räumlichen Verbreitung (Verbreitungsstatus), zum anderen nach der Bestandsgröße (Häufigkeitsklassen).

Der Verbreitungsstatus zeigt, ob eine Art im ganzen Land, nur in bestimmten Regionen oder sehr lokal vorkommt. Außerdem wird unterschieden, ob sie nur ausnahmsweise gebrütet hat, inzwischen erloschen ist oder ihre Bestände auf Gefangenschaftsflüchtlinge zurückgehen.

Verbreitungsstatus 

  • N – Weit verbreiteter Brutvogel
    Arten dieser Gruppe kommen in großen Teilen Deutschlands regelmäßig als Brutvögel vor, solange geeignete Lebensräume vorhanden sind.
    Beispiel: Die Amsel (Turdus merula) ist nahezu flächendeckend in Deutschland verbreitet.
  • R – Regional verbreiteter Brutvogel
    Diese Vögel sind auf bestimmte Landschaftsräume beschränkt, etwa Küstengebiete oder den Alpenraum.
    Beispiel: Der Waldwasserläufer (Tringa ochropus) brütet fast ausschließlich in Nordostdeutschland.
  • L – Lokal verbreiteter Brutvogel
    Nur an wenigen, eng begrenzten Standorten kommen diese Arten vor. Oft bilden sie dort Kolonien oder dichte Brutvorkommen.
    Beispiel: Der Basstölpel (Morus bassanus) brütet in Deutschland nur auf Helgoland.
  • V – Vermehrungsgast
    Arten, die in der Vergangenheit zwar gebrütet haben, dies aber nur ausnahmsweise und nicht über längere Zeiträume regelmäßig.
    Beispiel: Der Teichwasserläufer (Tringa stagnatilis) hat nur vereinzelt Bruten in Deutschland gezeigt.
  • 0 – Erloschener Brutvogel
    Ehemals regelmäßige Brutvögel, deren Brutbestände in Deutschland inzwischen vollständig verschwunden sind.
    Beispiel: Die Zwergtrappe (Tetrax tetrax) brütet heute nicht mehr in Deutschland.
  • E – Brutvorkommen aus Gefangenschaft
    Hier beruhen die Bestände ausschließlich auf entwichenen oder ausgesetzten Vögeln, die sich zeitweise fortpflanzen.
    Beispiel: Die Nilgans (Alopochen aegyptiaca) geht auf Gefangenschaftsflüchtlinge zurück, hat sich aber inzwischen fest etabliert.

Häufigkeitsklassen

  • 1 – 1 bis 100 Brutpaare
    Sehr seltene Brutvögel mit kleinen, isolierten Beständen.
    Beispiel: Stelzenläufer (Himantopus himantopus).
  • 2 – 101 bis 1.000 Brutpaare
    Seltene Arten mit kleinen, regional verteilten Populationen.
    Beispiel: Schwarzstorch (Ciconia nigra).
  • 3 – 1.001 bis 10.000 Brutpaare
    Regelmäßig vorkommende Brutvögel mit mittleren Beständen.
    Beispiel: Wespenbussard (Pernis apivorus).
  • 4 – 10.001 bis 100.000 Brutpaare
    Häufige Arten, in vielen Regionen Deutschlands verbreitet.
    Beispiel: Grünspecht (Picus viridis).
  • 5 – 100.001 bis 1.000.000 Brutpaare
    Sehr häufige und weit verbreitete Brutvögel.
    Beispiel: Stockente (Anas platyrhynchos).
  • 6 – Mehr als 1 Million Brutpaare
    Vögel mit sehr hoher Bestandsdichte und weiter Verbreitung.
    Beispiel: Ringeltaube (Columba palumbus).

Quellen und Links